Ein gut funktionierendes Verdauungssystem ist wichtig für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit, so viel ist bekannt. Aber auch Bereiche, von denen wir es zunächst nicht vermuten würden, werden dadurch beeinflusst. Die Redewendung vom „unguten Bauchgefühl“ kommt nicht von ungefähr. Sogar unser Gehirn wird durch die Vorgänge in unserem Verdauungstrakt beeinflusst – und zwar so sehr, dass Forscher mittlerweile von der sogenannten „Darm-Hirn-Achse“ sprechen. Es gibt also gute Gründe, diesem wichtigen Organ mehr Beachtung zu schenken und es pfleglich zu behandeln.

Gesunde Darmflora: entscheidend für Fitness und Wohlbefinden

Spontan verbinden wir mit Bakterien eher negative Vorstellungen von Krankheiten und Infektionen. Aber Bakterien erfüllen in unserem Körper natürlich auch wichtige Funktionen. Die etwa 100 Billionen Bakterien, die unser Darmsystem besiedeln sind beispielsweise entscheidend für eine funktionierende Verdauung. Sie bilden ein einzigartiges Mikrobiom, das, wie man heute weiß, weit mehr bewirkt als nur eine funktionierende Verdauung.
Dieses Mikrobiom, bei dem auch von unserer Darmflora die Rede ist, ist bei jedem Menschen individuell anders. Nur zu etwa 50% ist die Zusammensetzung der Darmbakterien bei allen Menschen gleich. Der Rest unterscheidet sich, beeinflusst durch Faktoren wie Herkunft, Ernährung oder Umweltbedingungen, von Mensch zu Mensch.
Grundsätzlich unterscheidet man bei Darmbakterien zwischen schädlichen Bakterien, wie den Kolibakterien und guten Bakterien (Probiotika), wie z.B. Laktobakterien oder Bifidobakterien. Während erstere Beschwerden wie Durchfall verursachen können, sind letztere förderlich für unsere Verdauung und essentiell für die Nährstoffaufnahme. Gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht, weil zum Beispiel zu viele Kolibakterien den Verdauungstrakt besiedeln, kann es zu Beschwerden kommen. Diese müssen aber nicht unbedingt bei der Verdauung selbst auftreten. Auch Symptome wie Müdigkeit, Schwäche oder Stimmungsschwankungen können Hinweise auf Darmprobleme sein. Eine Fehlbesiedelung des Darms kann auch Übergewicht begünstigen. Umgekehrt kann eine gute Darmflora unser Wohlbefinden und unsere Leistungsfähigkeit steigern und uns beim Abnehmen helfen.

Die Darm-Hirn-Achse: Wie eine gesunde Darmflora glücklich machen kann

Was für viele erst mal befremdlich klingen mag, ist für Mediziner und Wissenschaftler mittlerweile ein hoch interessantes Forschungsfeld: Unser Gehirn und unser Darm stehen in wechselseitiger, enger Verbindung miteinander. Unsere Darmflora hat Einfluss auf das was wir empfinden und umgekehrt. Aber wie funktioniert das? Die beiden Organe kommunizieren miteinander über die sogenannte Darm-Hirn-Achse. Über Nervenverbindungen sind sie miteinander verknüpft. Auch Hormone und von Mikroorganismen produzierte Botenstoffe spielen bei dieser Kommunikation eine Rolle. So kann die Darmflora sogar unsere Stimmung beeinflussen, denn die Darmbakterien sind auch an Bausteinen für Stoffe, die für die Vorgänge in unserem Gehirn entscheidend sind, beteiligt. Dazu gehören beispielsweise Dopamin und Serotonin, zwei Neurotransmitter, die unsere Stimmungslage beeinflussen. Ist die Darmtätigkeit gestört, wird entsprechend auch die Produktion dieser Stoffe behindert und das wirkt sich auf unser Gehirn aus.
Besonders eindrucksvoll lässt sich das am Beispiel des Serotonins erklären. Dieser in unserem Hirn produzierte Stoff hat Einfluss auf sehr viele unserer Hirnfunktionen. So werden beispielsweise unsere Emotionen oder unser Schlaf-Wach-Rhythmus durch den Serotoninhaushalt beeinflusst. Serotonin gilt als einer der entscheidenden „Glücklichmacher“ in unserem Gehirn. Gebildet wird Serotonin mit Hilfe von Tryptophan. Die Aminosäure ist ein Grundbaustein des Serotonins. Bifidobacterium infantis wiederum ist ein Darmbakterium, das genau diese Aminosäure bildet. Der größte Teil des im Körper benötigten Tryptophans entsteht mit Hilfe der Bakterien. Mangelt es an Tryptophan, weil die Darmflora gestört ist, kann auch nicht mehr ausreichend Serotonin produziert werden. Als Folge leidet unser emotionales Gleichgewicht. Das kann von Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit bis zu ernsthaften Depressionen und Ängsten führen. Im Umkehrschluss kann eine gesunde Darmflora helfen, ausreichend Serotonin zu produzieren und unsere Stimmungslage positiv zu beeinflussen.

Gestresster Darm macht krank

Die Darmflora kann also unsere Stimmung beeinflussen. Aber umgekehrt kann das was wir erleben, auch das Gleichgewicht in unserem Verdauungstrakt stören. Oft sagen wir, etwas sei uns „auf den Magen geschlagen“. Und tatsächlich reagieren wir auf Probleme, Sorgen und Stress häufig mit Problemen im Magen-Darm-Bereich. Es kommt zu Magen- oder Verdauungsbeschwerden, Unwohlsein, Appetitverlust oder dem sogenannten „Frustessen“. Hieran sind Stresshormone schuld, die unser Körper Körper bei Belastungen ausschüttet. Sie geben unserem Körper den Impuls, mit der in Stresssituationen benötigten Energie sparsam zu haushalten. Deshalb wird beispielsweise die Darmtätigkeit heruntergefahren. Stress kann damit zum entscheidenden Faktor für die Entstehung von Verdauungs- bzw. Darmproblemen werden. Warum manche Menschen sehr schnell Darmprobleme in Belastungssituationen entwickeln, andere jedoch kaum zu solchen Beschwerden neigen, konnte bisher aber nicht abschließend geklärt werden.
Dauerhafter Stress kann das Verdauungssystem sogar nachhaltig schädigen. Werden ständig Stresshormone produziert und die Verdauung heruntergefahren, wirkt sich die dauerhafte Unterversorgung mit Blut und Energie schädigend auf die Darmwände und -schleimhäute aus. Sie trocknen aus und können sogar rissig werden. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang auch vom „Leaky-Gut-Syndrom“ (dt. Durchlöcherter-Darm-Syndrom). Das hat nicht nur Verdauungsbeschwerden und Unwohlsein zur Folge, sondern erhöht auch das Risiko von Infektionen und Entzündungen, sowie von ungewollter Gewichtszunahme. Auch die Aufnahme von Nährstoffen funktioniert nicht mehr richtig und beeinträchtigt weiterhin unseren Körper. Dringen Keime und Abfallprodukte durch die beschädigten Darmwände in die Blutbahn ein, wird er zusätzlich massiv belastet. Über die Darm-Hirn-Achse leiden wir auch psychisch darunter.
Es entsteht ein Teufelskreis aus Belastung, Schädigung und Schwächung vom Körper und Geist, dem ohne professionelle Unterstützung nicht so leicht zu entkommen ist.

Eine Investition in die (Darm-) Gesundheit lohnt sich

All das verdeutlicht, wie bedeutsam ein guter, gesunder Verdauungstrakt für uns ist und wie wichtig es uns eigentlich sein sollte, ihn pfleglich zu behandeln und gesund zu erhalten. Doch was kann man eigentlich für die eigene Darmgesundheit tun? Und was sollte man besser unterlassen?
Dem Darm etwas Gutes zu tun und dabei das eigene Wohlbefinden zu fördern ist nicht so schwierig wie man denkt und lässt sich durchaus im Alltag umsetzten. Natürlich ist ein allgemein gesunder Lebensstil mit ausreichend Bewegung, einer gesunden und ausgewogenen Ernährung und einem guten Stressmanagement das A und O für unser Wohlergehen und natürlich auch für unsere Verdauung. Gesunde, frische Lebensmittel bieten unserer Darmflora Nahrung. Insbesondere Milchprodukte, wie zum Beispiel Joghurt, können die Darmflora zusätzlich beleben. Raffinierte Kohlenhydrate hingegen, wie beispielsweise Zucker, sind für unsere Darmbakterien eher negativ. Übergewicht und Bewegungsmangel belasten unseren ganzen Organismus und damit auch unsere Verdauung.
Wer sich und seiner (Darm-) Gesundheit helfen möchte, Informationen zu erfolgreicher Darmsanierung braucht oder nach Möglichkeiten zum nachhaltigen und gesunden Abnehmen sucht, der hat es mit fachkundiger Begleitung leichter.
Kontaktieren Sie uns deshalb gern für zusätzliche Informationen und Unterstützung auf Ihrem Weg zu einem gesünderen, fitteren und zufriedeneren Leben.

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